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Das kleine Wörterbuch


Was ist ein Fuchs?
er Begriff Fuchs ist in der Studentensprache schon im 16. Jahrhundert nachweisbar, doch ist die Herkunft des Wortes nicht eindeutig aufgehellt. So erklärt sich auch der Streit um die Schreibweise Fuchs oder Fux.
Unter der Herrschaft des Pennalismus, einer Zeit derber Bräuche an den Hochschulen, insbesondere gegenüber den Neulingen, treten für die Neuankömmlinge an den Universitäten recht unterschiedliche Namen auf. Es finden sich Bezeichnungen wie Pennal, Faix, Feix, Feux, Veix (mit der Bedeutung unerfahrener, ungehobelter Mensch), auch Fex (Narr) und Faex (Hefe, Bodensatz), dann aber auch Foß, Voß, Fuhs und Fuchs.
Ein Fuchs ist also ein neues Mitglied in einer Verbindung, das für zwei Semester aufgenommen wird und noch nicht alle Rechte, aber auch nicht alle Pflichten hat. Die so genannte Fuchsenzeit endet mit der feierlichen Burschung.

Was passiert in der Fuchsenzeit?
ie Fuchsenzeit ist die Zeit in der sich das neue Mitglied die Verbindung, die Prinzipien und natürlich auch die anderen Mitglieder anschaut und versuchen soll herauszufinden, ob er in die Verbindung hineinpasst. In dieser Zeit kann der Fuchs, aber auch die Verbindung, jederzeit die Mitgliedschaft beenden. In dieser Zeit ist man also kein Vollmitglied, was nach sich zieht, dass man nicht alle Pflichten, die eine Verbindung mit sich bringt, übernehmen muss, jedoch auch einige Rechte, die ein Vollmitglied (Bursch) hat, nicht in Anspruch nehmen kann. Am Ende der Fuchsenzeit, die meistens zwei Semester dauert, wird man dann Bursch und somit zum Vollmitglied.

In der Fuchsenzeit kümmert sich ein älteres Mitglied der Verbindung - der Fuchsmajor - um die neuen Mitglieder und führt sie an die Verbindung heran. Der Fuchsmajor hält wöchentlich eine Fuchsenstunde ab, in der den Füchsen einiges zur Geschichte der Verbindung und der Stadt, zum Cartellverband und zum Comment (beinhaltet die traditionellen Umgangsformen der Verbindungen) beigebracht wird. Manchmal wird vom Fuchsmajor auch eine Fahrt in eine andere Universitätsstadt organisiert, um dort andere CV-Verbindungen zu besuchen und den neuen Mitgliedern die große, familiäre Gemeinschaft des Cartellverbandes nahe zu bringen.

Was ist ein Bursch?
icht ganz unumsritten ist die Herkunft des Wortes "Bursch".Die einen leiten es von lateinisch BURSA, die anderen vom deutschen Bur, Baur, Bauer ab. Die überwiegende Mehrheit hält die Ableitung von Bursa/Pursa = Ledergeldbeutel, Börse für zutreffend. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand der Begriff der Burse; darunter verstand man ein studentisches Konviktsgebäude (studentische Kosthäuser). Im 15. Jahrhundert versteht man in Frankreich unter Burse die Stiftungskasse zum gemeinsamen Unterhalt vornehmlich der Schüler an den königlichen Schulen und der Hochschulen; wie an der Sorbonne wurde der Begriff bald auch an deutschen Hochschulen für die Gesamtheit der in den Kollegienhäusern und Wirtschaftsgemeinschaften zusammenlebenden Stipendiaten angewendet.
So erklärt sich, dass der einzelne Angehörige einer Burse bursant, Burgeselle und bursarius genannt wurde. Daraus ist am Ende des Mittelalters die Bezeichnung Bursch/Bursche entstanden.
In den Verbindungen von heute ist Bursch die Bezeichnung für ein vollberechtigtes Mitglied, das in den Vollbesitz seiner Rechte und Pflichten durch die sogenannte Burschung gelangt ist, bei der in feierlicher Form der Fuchs zum Burschen erklärt wird.

Wie werde ich Bursch?
ährend der Fuchsenzeit nehmen die Füchse an wöchentlich stattfindenden Fuchsenstunden teil. In dieser vermittelt der Fuxmajor Wissen über die Prinzipien und die Verfassung der V.K.D.St. Rhenania, die Geschichte der Verbindung, des CV, der Universität und der Stadt Marburg, den Rhenanencomment sowie die Studentische und Akademische Selbstverwaltung an der Philipps-Universität Marburg (Hochschulpolitik). Das Ziel dieser Fuchsenstunden ist die Vorbereitung auf die Burschungsprüfung, bzw. auf das Leben innerhalb unserer Verbindung.
An Ende der Fuchsenzeit, in der sich der Fuchs in die Verbindung eingelebt hat, unterzieht er sich einer Burschungsprüfung, in welcher er von einer Kommission, die sich aus 5 älteren Burschen zusammensetzt, zu den oben genannten Themen geprüft wird. Wenn dann auch diese Hürde genommen wurde, kommt es zur feierlichen Burschung.

Was ist die Burschung?
ie Burschung ist für ein Verbindungsmitglied in seinem Verbindungsleben das wichtigste Ereignis.
Dem Akt der Burschung ist deshalb ein ganz spezifisches Ritual eigen, verbunden mit tiefem Ernst. Die Burschung beendet den wichtigsten Abschnitt im Wachsen und Werden zum voll verantwortlichen Bundesbruder; sie bringt für ihn die endgültige Aufnahme in die engere Gemeinschaft der Verbindungsmitglieder mit vollen Rechten und Pflichten.
Der Abschluss dieser Entwicklung, aber auch die Bedeutung und das Gewicht des Vorganges drücken sich sinnfällig aus in den bei der Burschung üblichen symbolischen Handlung, die in aller Regel nicht vor der Öffentlichkeit, sondern im geschlossenen vertraulichen Kreis der Bundesbrüder vor sich gehen.
Beim feierlichen Akt der Burschung wird das bisher getragene Fuchsenband, das die Farben der Verbindung noch nicht voll enthalten hat, abgenommen, und das Burschenband um die Brust gelegt, das die vollen Farben der Verbindung zeigt.

Wer sind die Alten Herren?
nter Alter Herr (AH) bzw. Philister verstehen wir in der heutigen Studentensprache von heute den aus der Korporation hervorgegangenen, in das Berufsleben übergetretenen Burschen. Ende des 17. Jahrhunderts betraf der Ausdruck zunächst die Bürger der Universitätsstadt, war geringschätzig gemeint, und war etwa gleichbedeutend mit Spießbürger. Im 18. Jahrhundert waren mit Philister alle Personen gemeint, die nicht Studenten waren; schließlich (ab 1781 nachweisbar) wird auch der Student, der die Universität verlässt, Philister genannt. Bald fand das Wort auch Eingang in die Literatursprache. Die Philistrierung bedeutet allerdings keinen Austritt aus der Verbindung.

Eines der wichtigsten Prinzipen Rhenaniae ist das Lebensbundprinzip. Unter Lebensbundprinzip versteht man die lebenslange Zugehörigkeit zu Rhenania. Die Alten Herren sind in regionalen Rhenanen-Zirkeln organisert und stehen der Aktivitas mit Rat und Tat zur Seite.

Was sind Chargen?
ine Verwirklichung der Aufgaben, die sich eine Verbindung zum Ziele setzt, kann nur dann gelingen, wenn durch den Convent gewählte Mitglieder sich der Organisation und Leitung der Verbindung in besonderem Maße annehmen. Diese bilden jeweils für ein Semester das Chargenkabinett. Es setzt sich bei der V.K.D.St. Rhenania zusammen aus dem Senior (X), dem Consenior (XX), Fuxmajor (FM), Schriftführer (XXX) und Kassierer (XXXX).
Den Chargen obliegt vor allem die Pflicht, das Leben innerhalb der Verbindung zu prägen, neue Mitglieder anzuwerben, und sich für die Einhaltung der Prinzipien einzusetzen. Es ist auch ihre Aufgabe, den erforderlichen Kontakt zu den Alten Herren und zu allen Anderen zu pflegen, die ein Interesse an der Verbindung bekunden und ihr nahe stehen. Sie tragen die Verantwortung für das Einigende und Verbindende der Gemeinschaft. Schließlich obliegt ihnen die Organisation der Veranstaltungen, angefangen von der programmatischen Zielsetzung, von der Planung des Verbindungsgeschehens, der zeitlichen, räumlich, gestalterischen und der finanziellen Vorbereitung bis hin zur Überwachung von Pünktlichkeit und Ordnung.

Die Chargen sind die Repräsentanten der Korporation. Diese vertreten sie bei allen kirchlichen, gesellschaftlichen und studentischen Anlässen, die eine Anwesenheit erforderlich machen.

Was sind Kneipen?
ine Kneipe ist ein geselliges Zusammentreffen von Bundesbrüdern, bzw. ein traditioneller studentischer Anlass, der nach bestimmten Ritualen (Comment) mit Gesang, Reden und Zeremonien gestaltet wird. Eine besonders feierliche Variante der Kneipe ist der Kommers. Während der Reden und Zeremonien herrscht Silentium (Ruhe), dazwischen Kolloquium (Gespräch). Eine aktive Beteiligung am Kneipgeschehen ist für das Gelingen der Veranstaltung sehr wichtig und für das gesellige Klima einer Kneipe daher unabdingbar.